Sonntag, 13. August 2017

[Rezi] The Hate U Give von Angie Thomas

Buchinfos:

ISBN: 978-3-570-16482-2
Seiten: 512
Format: Hardcover
Verlag: Cbt
Übersetzer: Henriette Zeltner
Erscheinungsdatum: 24.07.2017
Preis: 17,99  € (D) Kaufen


Klappentext:

»Umwerfend und brillant, ein Klassiker!« Bestsellerautor John Green

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...
Quelle

 
The Hate U Give wurde im englischsprachigen Raum schon sehr gehypt, trotzdem hat es mich auf den ersten Blick nicht angesprochen. Umso mehr war ich überrascht, als ich anfing zu lesen und nicht mehr aufhören konnte / wollte. Die Geschichte an sich gehörte für mich nicht so in mein typisches Beuteschema, trotzdem bin ich sehr froh, sie gelesen zu haben.

Zuerst ganz wichtig, am Ende befindet sich ein Glossar. Normal schaue ich immer danach, aber da es sich hier weder um ein Historisches, noch um ein Fantasy Buch handelt, habe ich es dieses Mal nicht gemacht. Was zur Folge hatte, dass ich öfters Google zurate ziehen musste. Das Glossar ist echt Gold wert und auch so sehr informativ. 

Ach, die Wahrheit kennen  wir schon, die wollen wir nicht.
Wir wollen Gerechtigkeit.
Seite 65

Das Cover gefällt mir richtig gut. Es erscheint schlicht, viel weiß, so sticht das dunkelhäutige Mädchen heraus. Sie trägt ein Plakat, als wollte sie demontieren und der Titel des Buches, welcher auch in der Handlung immer wieder aufgegriffen wird, prangt darauf. Ein nettes Detail sind die Schuhe, die immer wieder im Buch erwähnt werden. Und die Rückseite ist ganz in schwarz.

So genug vom Cover geschwärmt, aber da hat sich jemand Gedanken gemacht und dies muss positiv erwähnt werden. Kommen wir zum Schreibstil. Dieser ist sehr angenehm zu lesen. Ich habe mit dem Buch begonnen und gut die Hälfte am Stück gelesen. Ich war ganz verblüfft, wie schnell ich durch die Seiten flog. Mit einigen Begriffen konnte ich nicht so viel Anfangen, aber diese werden im Glossar erläutert. Trotzdem stolperte ich immer mal wieder darüber. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Starr. Dies hat mir gefallen, da man so die Gedanken und Gefühle von ihr sehr gut mitbekommt. 

Starr muss mit ansehen, wie ein Mensch vor ihren Augen erschossen wird.  Nicht das erste Mal. Sie lebt in zwei Welten, Privatschule und White Boyfriend auf der einen Seite und auf der anderen Gangs, Drogen und Gewalt. Diese zwei Welten versucht sie mit aller Macht zu trennen, doch funktioniert dies überhaupt auf Dauer? Nachdem sie Zeugin eines Verbrechens ? wurde, muss sie sich entscheiden. Wird sie schweigen oder ihre Stimme nützen. Denn nicht alle sind sich darin einig, dass es ein Verbrechen war, einen unbewaffneten dunkelhäutigen Jungen zu erschießen. 

Genau da liegt das Problem. 
Wir lassen zu, dass Leute solche Dinge sagen, und dann sagen sie die so oft, 
dass es für sie total okay und für uns normal ist. 
Wozu hat man eigentlich eine Stimme, wenn man in den entscheidenden Momenten schweigt?
Seite 288

Ich bin mit diesem Buch in eine andere Welt abgetaucht. Ich habe diese Thematik zwar schon in Filmen mitbekommen, doch durch das Buch und Starr ging es doch noch mal eine Schicht tiefer, als ein Film gehen würde. Alleine schon die Vorstellung, sich bei Schüssen vor dem Haus automatisch auf den Wohnzimmerboden zu werfen, weil man es gewöhnt ist. Ist für mich nicht wirklich greifbar, irgendwie absurd und trotzdem real. Und dieses Buch bringt diese Realität zu einem nach Hause, wenn man sicher auf seinem Sofa liegt. 

Es zeigt auch sehr schön, wie zwiegespalten Starr ist. Wie sie versucht jeder Version von sich gerecht zu werden. Wie Rassismus immer noch allgegenwärtig ist, Vorurteile aber nicht nur auf der einen Seite bestehen. Aber es erzählt auch von dem Zusammenhalt von Familien und Gemeinschaften. Es werden einige Dinge zum Nachdenken aufgeworfen. Einen kleinen Abzug gab es für das Ende, ich empfand das Buch durchweg als realistisch, sofern ich dies beurteilen kann. Doch gegen Ende verlor ich diese Empfindung, ich möchte aber nicht spoilern, deswegen gehe ich nicht ins Detail.

 
Eine klare Leseempfehlung.
Den Hype kann ich zwar nicht so nachempfinden, aber ich denke in den USA, wird das Buch auch noch mal anderes wahrgenommen.
Aber trotzdem finde ich es wichtig, weil es viele Dinge behandelt.
So ist das zentrale Thema zwar Rassismus, aber es geht auch um Freundschaft, Familie, Loyalität, die Macht einer Gemeinschaft.
Und wie wichtig eine Stimme ist.



http://weinlachgummis.blogspot.de/p/danke.html






Kommentare:

  1. Huhu Tanja,

    vielen Dank für deine tolle Rezi. Normalerweise lese ich solche Bücher nicht ganz so gerne, aber um dieses Buch wurde ja ein großer Wirbel gemacht, anscheinend zurecht. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das Thema in den USA noch mal ganz anders wahrgenommen wird als hier in Deutschland.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo Sandra,
      ich dachte auch erst, es wäre nicht so mein Beuteschema. Aber dann war ich doch neugierig, zum Glück. Die Geschichte ist auf eine sehr Jugendliche Art erzählt und lässt sich so toll lesen.
      Liebe Grüße

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  2. Huhu Tanja,
    ich habe schon bei Lena eine so begeisterte Rezension zu dem Buch gelesen und jetzt sehe ich, dass du es auch gar nicht aus der Hand legen konntest. Die Thematik finde ich äußerst interessant, auch hört es sich so an, als wenn die Umsetzung absolut gelungen ist. Das Buch steht schon längst auf der Wunschliste. :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Huhu Tanja,
      ja die Umsetzung ist gelungen und das Thema aktuelle und wichtig. Ich denke , oft ist man sich als nicht betroffene Person gar nicht so bewusst darüber. Und auch die Frage, wo fängt Rassismus an wird auf geworfen.
      Ich hoffe es wird bald bei dir einziehen ☺ :)
      Liebe Grüße

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  3. Hallo Tanja,

    ich habe jetzt schon in mehreren Rezensionen gelesen, dass der Hype nicht so ganz nachvollziehbar ist. Neugierig bin ich jetzt trotzdem geworden und werde es mir wohl als Hörbuch holen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,
      Ich glaube als Hörbuch (wenn die Sprecherin authentisch ist) kommt die Geschichte richtig gut.
      Den Hype in den USA, wo das Thema nochmal aktueller bzw. präsenter ist, kann ich schon verstehen. Nur für mich war es nun kein mega super klasse Buch.

      Liebe Grüße und ich bin gespannt was du dann zu der Geschichte sagen wirst.

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  4. Hi Tanja,

    ich habe auch schon mitbekommen, dass viele das Buch aktuell lesen, aber es passt auch nicht in mein klassisches Beuteschema. Vielleicht sollte ich dem Buch trotzdem eine Chance geben, deine Rezension klingt so eindringlich.

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Hey Desiree,
      mein klassisches Beuteschema war das Buch auch nicht ;)Trotzdem würde ich es dir empfehlen, der Jugentlichestil macht es toll zu lesen und die wichtige Thematik spricht für sich.
      Liebe Grüße

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  5. Hallo:)
    Deine Rezi hat mir wieder mal sehr gut gefallen. Das Buch hört sich sehr interessant an und könnte mir auch gefallen :)
    Ich wünsche Dir einen schönen Abend
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Vielen lieben Dank Andrea ☺
      Die Geschichte ist wirklich empfehlenswert, wenn auch nicht soooo mega gut wie der Hype im Moment ist , also zumindest nicht für mich 🙈^^
      Liebe grüße und ein schönes Wochenende

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Ich freue mich über eure Kommentare :-)
Manchmal braucht meine Antwort etwas , aber sie kommt ^^